Schafgarbe

Die Schafgarbe: Verbündete der Frauen

Zu Unrecht liest sich der Name dieser Heilpflanze wie eine Warnung. Menschen, die sich unter dem Begriff „Schafgarbe“ keine Pflanze vorstellen können, denken wahrscheinlich eher an schweres Kriegsgeschütz oder den Decknamen einer heimlichen C.I.A.-Operation. Dagegen lässt ihr lateinischer Name die Gattung der Schafgarbe Heilpflanzen in heroischem Glanze erstrahlen. „Achillea“ wird sie in Fachkreisen genannt, in denen sich auf Pflanzenkunde spezialisiert wurde. Der Sage nach erhielt die Schafgarbe diese Namen, weil der berühmte griechische Held Achilles die Blüten und Blätter der Achillea zur Heilung seiner Wunden genutzt haben soll. Die antibakteriellen Eigenschaften der Schafgarbe werden so geschätzt, dass sie sogar in ihrem Namen vertreten sind.

Trotz ihres lautmalerischen Nachteils genießen die Schafgarben Pflanzen neben dem ebenfalls beliebten Eisenkraut einen hervorragenden Ruf. Die Schafgarbe wird von Menschen, die auf dem Gebiet der Heilkunde versiert sind, besonders für Verdauungsbeschwerden als Heilpflanze empfohlen. In einigen Quellen wird erwähnt, dass sie im Volksmund für die Linderung von Beschwerden vorgesehen ist, die vermehrt bei Frauen auftreten. Dazu gehören Menstruationsbeschwerden wie Krämpfe, Abgeschlagenheit, Akne und Östrogendominanz.

In ihrem äußerlichen Auftreten hält sich die Schafgarbe zurück. Sie ist mit zierlichen weißen Blüten und gefransten Blättern versehen. Ihr Lebensraum erstreckt sich über Europa, Asien, Amerika und Nordafrika. Im traditionellen Sinne wird die Schafgarbe als typische Heilpflanze verwendet, die besonders effektiv gegen Krankheiten eingesetzt werden kann, die durch bakterielle Infekte ausgelöst werden. Jedoch kann sie auch als Lifestylepflanze angesehen werden, dessen wohlriechender Duft die Schafgarbe in Kombination mit ihrer Wirkung zu einem beliebten ätherischen Öl machen. Als Erkältungsmedikament wird empfohlen, ein paar Tropfen des Schafgarbe-Öls in Wasser aufzulösen und zu inhalieren. Die antibakteriellen Dämpfe lösen schleimartige Verhärtungen in den Atemwegen und tragen zu einem besseren Allgemeinbefinden bei. Im kosmetischen Bereich ist die Schafgarbe als Gesichtstonikum beliebt. Sie beruhigt und vitalisiert müde und irritierte Gesichtshaut. Indem Blätter und Blüten der Schafgarbe zermahlt und aufs Gesicht aufgetragen werden, wird eine frische Gesichtsmaske kreiert, die kostengünstig und natürlich ist. In Anbetracht der Fülle an chemischen Zusatzstoffen, die konventionelle Gesichtsmasken beinhalten, ist diese Variante definitiv nebenwirkungsärmer und ökologisch unbedenklich.

In ihrer Erscheinung ähnelt die Achillea einigen anderen Heilpflanzen. Heilkundlicher Feinsinn ist bei dem Sammeln der Schafgarben gefragt. Viele Menschen verwechseln die Schafgarbe Pflanzen mit dem Eisenkraut, da sie aufgrund ihrer weißen Blüten einen ähnlichen Aufbau aufweisen. Literatur mit Anleitungen zum korrekten Sammeln findet sich in Fachbuchhandlungen und Bibliotheken. In den Printmedien und im Internet gibt es ebenfalls interessante Informationen bezüglich Pflanzen wie der Achillea millefolium.

Zu der Gruppe der Schafgarbe gehört ebenfalls die „Gemeine Schafgarbe“. Ihr lateinischer Name lautet Achillea millefolium. Die Schafgarben Pflanzen haben heilende und berauschende Eigenschaften. In medizinischen Schriften bekannter Pharmazeuten, wie Hildegard von Bingen und Theodor Husemann, wird die beliebte Art der Schafgarbe, die Achillea millefolium, als Mittel gegen Leiden wie Hämorrhoiden und zur allgemeinen Wundheilung gepriesen. Die Achillea millefolium soll sogar in der Therapie psychischer Leiden, wie beispielsweise der Hypochondrie, effektive Wirkungen zeigen.

Ätherisches Öl oder Droge? Der Heilpflanzenkonflikt

Wie jede Pflanze mit medizinischer Bedeutung werden auch der Achillea millefolium Pflanze berauschende Eigenschaften zugeschrieben. Wurde im Mittelalter eine Pflanzenart entdeckt, war es üblich, sie in Alkohol zu kochen und zu destillieren. Dem destillierten Extrakt der Schafgarbe wird nachgesagt, dass er aufgrund der hohen Konzentration bei unsachgemäßem Verzehr zu Zuständen der Benommenheit und des Rauschs führt. Als Droge werden Pflanzen wie die Schafgarbe und Eisenkraut jedoch eher selten verwendet. Der Aufwand ist in Anbetracht der erwünschten Wirkung hier nicht lohnenswert.

In esoterischen Kreisen sind die ätherischen Öle der Schafgarbe jedoch beliebt. Teilweise werden sie als beruhigendes Aphrodisiakum verwendet. In der heutigen Zeit wird das Verabreichen von Schafgarbe dann in Betracht gezogen, wenn der Patient an Verdauungsbeschwerden leidet, wie:

  • Gastritis
  • Koliken im Darmtrakt
  • Blähungen
  • Verstopfung

Die Herstellung einer Arznei aus Schafgarbe Pflanzen ist relativ simpel. In einigen Anleitungen zur heilkundlichen Pflege von Wunden und leichten Verdauungsstörungen wird dazu geraten, die Blüten und Blätter der Schafgarbe einfach zu verkleinern und in Alkohol aufzukochen. Ebenfalls verbreitet ist die Möglichkeit, die Bestandteile der Schafgarbe trocknen zu lassen und entweder in zerkleinerter oder gar pulverisierter Form als Arznei zu verwenden. Die Achillea millefolium unterscheidet sich in ihrem Aussehen einfach von der gewöhnlichen Schafgarbe. Ihre Blüten sind teilweise rötlich und zahlreicher nebeneinander angeordnet.

Ein weiterer beliebter Beschwerdeherd, zu dessen Linderung Achillea millefolium als Behandlung eingesetzt wurde, ist Gallensaftproduktion. Besonders bei Entschlackungs- und Entgiftungskuren ist diese Eigenschaft sehr beliebt.

Im Prinzip fokussieren sich die Anwendungsbereiche der Schafgarbe Pflanzen auf den Bauchraum. Die Kunde über die heilende Wirkung von Schafgarbe war im Mittelalter so weit verbreitet, dass sie als Arznei auch dem „niederen“ Volk bekannt war. Damals war es üblich, dass die Pflanzenkunde nur den Gelehrten zustand. Der Grat zwischen Heiler und Ketzer war dabei üblicherweise schmal. Nach Belieben konnten in der dunklen Zeit des Menschen jedem Pflanzenkundler mystische und magische Absichten nachgesagt werden. Diese führten nicht unüblich zu dem Tode des Verurteilten.

Die kosmetischen Eigenschaften der Schafgarbe sind in Schriften Hildegards von Bingen ebenfalls festgehalten worden. Besonders in der Aknetherapie ist die Zufuhr von Schafgarbe ratsam. Dies geschieht meistens durch einen aufwendigen Prozess, in dem alle Bestandteile der Schafgarbe zu Salben oder Tinkturen verarbeitet werden. Der Schafgarben Pflanze werden ebenfalls verjünge Eigenschaften nachgesagt. In der Falten- und Pigmentstörungstherapie wird sie bereits eingesetzt.

In der Forschung findet gerade eine extreme Rückbesinnung auf Natürlichkeit statt. Immer mehr Konsumenten wünschen sich eine ganzheitliche Natürlichkeit ihrer Kosmetikartikel. Die hiesigen Firmen reagierten auf diesen Wunsch, indem sie ihre Produkte auf ökologische Werte überprüfen lassen. Millionen werden in die Erforschung der Geheimnisse der Natur gesteckt. Dieses neu aufgekeimte Interesse an Natürlichkeit ist in der Geschichte der Kosmetik bisher ein Novum.

Die Schafgarbe als Heilmittel – die Nachteile der industriellen Entwicklung

Da in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts bereits ein großes Wissen an pflanzenkundlicher Haut- und Haarpflege gang und gäbe war, sehnten sich insbesondere Frauen nach Lösungen, die der florierenden Wissenschaft entsprungen waren. Hätten die Konsumentinnen der Prototypen heutiger Cremes gewusst, auf welchem Standard wir heute sein würden, wären sie wahrscheinlich vorsichtiger mit der Benutzung neuartiger Kosmetika umgegangen. Denn viele dermatologische Krankheiten entwickelten sich im Zuge der chemischen Pflegemittel. Die Inhaltsstoffe waren teilweise zu wenig aufeinander abgestimmt und zu aggressiv. Sie reizten die Haut und machten sie durchlässiger für Erreger und Schadstoffe der Umwelt. Heutige Kosmetik unterliegt strengen Reglungen und Kontrollen. Es gibt im Rahmen der EU Gesetze, die sich nur mit der Zusammensetzung von Kosmetika befassen. Verstöße gegen eben jene werden geahndet. Das veranlasst Drogerieketten wie DM zur Herstellung eigener Produkte, die damit werben, vollkommen natürlicher Natur zu sein. Jedem Verbraucher sei trotzdem ans Herz gelegt, selber Recherchen anzustellen und den Hintergrund des jeweiligen Produktes genauer unter die Lupe zu nehmen. Spezielle Internetseiten verfügen über Barcodesuchmaschinen, die zu jedem Produkt eine Liste der gefährlichen Inhaltsstoffe hergeben.

Die Schafgarbe erfreut sich dank des Naturtrends an einem Comeback. War sie früher der Generation unserer Großeltern als gängige Heilpflanze bekannt, findet sie jetzt sogar Verwendung in unseren Küchen. In Kochbüchern und Kochshows wird sie als Gewürz zu einem beliebtem Vintageprodukt. In leichten Prisen ist sie in Salaten und gemüsereichen Kreationen zu finden. Durch ihre Erwähnung in hippen Fernsehsendungen erreicht die Schafgarbe eine junge Generation, die sich ihrer Aufgabe bewusst ist: Die Aufgabe, der Klimaveränderung mithilfe von kontrolliertem Konsum entgegenzuwirken. Durch jahrelange Missachtung von Natur und Umwelt ist es dazu gekommen, dass die Fehler der vorigen Generationen nun auf den Schultern ihrer Kinder lasten. Zu diesen Lasten gehört die andauernde Luftverschmutzung, die durch Chemiefabriken wesentlich beeinflusst wird. Städte wie Hongkong und Mumbai versinken täglich im Smog der Industrie. Dieser Smog führt dazu, dass der Sonnenaufgang in einigen Teilen Chinas per Leinwandübertragung dem Volk gezeigt wird. Eine dichte Smogansammlung verhindert, freie Sicht auf die Sonne zu erhaschen. Das verhindert ebenfalls eine florierende Flora und Fauna. Schafgarben Heilpflanzen können in solchen Ländern nur noch in Gewächshäusern oder in entlegeneren Gegenden angepflanzt werden. Es ist ein Kreislauf, den es zu durchbrechen gilt.

Die Politik setzt sich auf Drängen des Volkes vermehrt zur Schadstoffbegrenzung ein. In vielen Städten sind Autos in der Innenstadt nur mit speziellen Plaketten erlaubt, die signalisieren, welche Menge an Schadstoffen das Auto in die Luft pustet. Bei zu hoher Belastung dürfen einige Fahrzeuge nicht in Stadtteile fahren, die zu dicht besiedelt sind. Trotz zuvorkommender Maßnahmen schwindet der Boden für die Pflanzenwelt. Durch jahrelange Ausbeutung der Böden sind sie nährstoffarm geworden. Auf nährstoffarmen Böden gedeihen dementsprechend keine oder wenige Pflanzen, vor allem kaum Pflanzen, deren medizinischer Wert von Belang ist.

In einer gesünderen Natur könnten gesündere Erzeugnisse, beispielsweise Heilpflanzen wie die Schafgarbe produziert werden. Um einen natürlichen Kreislauf wiederherzustellen, müsste die Industrie den Böden und Ländern Zeit für eine Erholung geben, die sich über mehrere Jahre erstrecken würde. Da das im Wirtschaftszeitalter nicht möglich ist, wird weiter nach einer Lösung gesucht. Wer keine Lust hat, Marionette der Gesellschaft zu sein, legt sich am Besten einen eigenen Kräutergarten an. Dort können Pflanzen wie die Schafgarbe nach Lust und Belieben angepflanzt und anschließend verwendet werden. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Vor der Selbstmedikation wird dringend dazu geraten, sich in Fachliteratur das nötige Wissen zu holen. Zu hohe Konzentrationen der Schafgarbe können im menschlichen Organismus zu toxischen Reaktionen führen.

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